„Was in der Trennung begann,
soll in der Einheit vollendet werden“

Für unsere Partnerschaft bedeutet das:

- gegenseitiges Kennenlernen

- neugierig sein auf den „Anderen“

- gemeinsame Aktionen starten

- austauschen über Aktivitäten

- Freundschaften pflegen

- gegenseitige Hilfen anbieten

- unterschiedliche Themen diskutieren

- Ost- bzw. West-Sicht beleuchten

- Gemeinsame Wochenendenfahrten

- Stärkung unseres gemeinsamen Wollens

denn:

„Wir können viel, wenn wir nur nachhaltig wollen…“
(Adolph Kolping)

 

Partnerschaftsarbeit

Eine tragende Verbindung

 

Vor-Geschichte

Heinz Peter Bee, Mitglied der Kolpingsfamilie Schloß Neuhaus, hat während seiner hauptamtlichen Tätigkeit im Kolpingwerk Diözesanverband Paderborn die Kontakte zu den Kolpingsfamilien im Kommissariat Magdeburg in der Nachfolge von Wilhelm Hendker (verstorben am 7. Sept. 1977 auf der Bahnfahrt zwischen Leipzig und Halle) gepflegt. Durch regelmäßige Teilnahme an den Seniorenkonferenzen, Besuche in einzelnen Kolpingsfamilien sowie Teilnahme an Jubiläumsveranstaltungen lernte er die besondere Situation der dortigen Kolpingsfamilien kennen.

Die Vorbereitungen zum 125jährigen Jubiläum des Diözesanverbandes Paderborn (1984) bildeten für ihn den Anlaß – da bei der Gründung des Diözesanverbandes Paderborn von den 11 bestehenden Gesellenvereinen 4 im sächsischen Teil der Diözese Paderborn lagen (Erfurt, Halberstadt, Magdeburg und Heiligenstadt) über die Situation der Kolpingsfamilien im Kommissariat Magdeburg (heute Bistum) zu informieren. Unter dem Titel „Der Dienst der Kolpingsfamilien im Bischöflichen Amt Magdeburg im innerkirchlichen Bereich“ konnte sich zwar kaum jemand etwas vorstellen, dennoch fand diese Thematik in unseren Kolpingsfamilien ein reges Interesse. Abgerundet wurden diese Informationen durch den Spielfilm „Die wunderbaren Jahre“ (Rainer Kunze) der in beeindruckender Form u.a. die Situation eines Jugendlichen zeigt, dessen Traum Musik zu studieren durch die Zwänge des Staates ein jähes Ende fand.

Ein weiterer Baustein in der Vor-Geschichte bildete die jährlich stattfindende Paketaktion an der sich auf seine Initiative hin viele Kolpingschwestern und Kolpingbrüder beteiligten. Hier wurde für so manchen der Grundstein für ein erstes briefliches Kennenlernen und eine sich daraus erwachsene Partnerschaft und Freundschaft gelegt.

Wunsch von Heinz Peter Bee war es, möglichst allen damals bestehenden 44 Kolpingsfamilien im Bischöflichen Amt Magdeburg, wenn sie es denn wollten, eine Partner-Kolpingsfamilie aus dem DV Paderborn zu benennen. So konnten noch zu DDR-Zeiten so manche Partnerschaften begründet werden. Begleitet wurden diese jungen Kontakte durch jährlich stattfindende Partnerschafts-Wochenenden. Das erste fand vom 14. – 16. Oktober 1988 in der Kolping-Bildungsstätte Soest statt.

Anmerkung zum Schluß:
diese Aktivitäten sind der Stasi natürlich nicht entgangen, wie u.a. aus der Stasi-Akte VSH – Abt. XX Kirchenfragen unter „Heinz Peter Bee“ hervorgeht (Originaltext 26.08.1980 VV/Einreise):
„angebliche Cousine, wohnhaft in Magdeburg gehört kirchlicher Sekte „Collinsfamilie“ an. Führt Grußschreiben von BRD Familienrat mit, die ebenfalls dieser Sekte angehören …“ per FS 1318 an Oberleutnant Jäger nach Magdeburg durchgegeben.

 

Unsere Partnerschaft
Entstehung, Entwicklung … und wie geht´s weiter?

Im September 1989 haben wir im Vorstand unserer Kolpingsfamilie erstmals das Thema „Partnerschaft mit einer Kolpingsfamilie aus dem Bischöflichen Amt Magdeburg“ thematisiert und einen entsprechenden Beschluss gefasst. Heinz Peter Bee, der über sehr viele „DDR-Kontakte“ verfügte wurde gebeten, sich nach einer Kolpingsfamilie umzusehen, die mit uns diesen Weg gehen möchte.
Mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989 begannen sich die Ereignisse zu überschlagen.
Anlässlich seiner in Berlin stattfindenden Regionalkonferenz der Kolpingsfamilien in der DDR nahm Heinz Peter Bee am 27. Januar 1990 erste Kontakte mit Vertretern der 1988 neu gegründeten Kolpingsfamlie Burg (bei Magdeburg) auf und informierte hierüber telefonisch Konrad Bröckling, den damaligen Vorsitzenden der Kolpingsfamilie Schloss Neuhaus. Dieser gab für weitere Gespräche „Grünes Licht“ und so machte er auf der Rückfahrt in Burg Station und klärte mit dem damaligen Senior Ulf Hagemier weitere Einzelheiten ab. Vorstand und Mitgliederversammlung der KF Schloss Neuhaus stimmten der Partnerschaftsaufnahme. Bis zum Austausch der Partnerschaftsurkunden am 11. August 1990 kam es noch zu mehreren Besuchen um sich gegenseitig kennen zu lernen und über Möglichkeiten des gemeinsamen Vorhabens zu „reden“.

In der Folgezeit ist aus diesen ersten Kontakten ein reger Austausch geworden (siehe nachfolgende Chronologie). Höhepunkte herauszustellen ist nicht leicht. Alle Kontakte hatten etwas Besonderes wie z.B.
- das stattgefundene Seminar in Burg zum Thema „Steuern
Banken, Bausparkasse, Versicherungen“
- die Gründung der Jungkolpinggruppe in Burg
(Kolpinggedenktag 1993)
- die 1993 und 1998 von 4 bzw. 10 Mitgliedern
durchgeführte Radtour nach Burg

Mit Freude ist festzustellen, dass die Partnerschaft auch 19 Jahre nach ihrer Begründung noch lebendig ist und mit mindestens einem gegenseitigen Besuch jährlich gepflegt wird. In den letzten Jahren hat sich als Termin für dieses Treffen der Tag der Deutschen Einheit (03.Oktober) als günstig – und wohl auch symbolträchtig - erwiesen.
Die bestehenden Kontakte werden beiderseitig als recht gut beurteilt. Die Frage nach dem „..wie geht´s weiter?“ wollen wir so beantworten: Es muss uns gelingen, das Interesse an dieser Partnerschaft aufrecht zu erhalten und bisherige Aktivitäten weiter auszubauen und – was besonders wichtig ist – auf weitere Mitglieder zu übertragen.